Megacity Shanghai - eine Stadt mit vielen Gesichtern

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Wolkenkratzer oder sozialistische Wohnanlagen im Einheitslook. Broker, Banker, Programmierer, Fachkräfte aller Art oder Obdachlose und Bettler. Gepflegte Parks oder heruntergekommene Häuser. Gemüse das es zum kaufen gibt direkt neben losem Müll. Ich habe nur einen winzigen Teil dieser Stadt zu Gesicht bekommen. Aber Ihr könnt es mir glauben es war faszinierend und auch wieder schockierend zugleich. Den Sinnen wird auf alle Fälle was geboten. Eine Erfahrung die ich bestimmt nicht missen möchte. Wenn man über gewisse Kleinigkeiten zu hause wieder mal lästert wie schlecht es uns doch geht - so hoffe ich dass ich das Erlebte nicht vergesse und es mir dann wieder in den Sinn kommt - wie GUT es uns doch eigentlich geht. Es fängt damit an dass wir uns eigentlich fast alles kaufen können was uns so einfällt. Im Urlaub oder Reisen geben wir Geld für unsinnige Dinge aus. Ein Einheimischer arbeitet dafür einen ganzen Monat.

Wahnsinn ist das billig hier - so geht es jedem. Ich hab mal meine chinesische Kollegin gefragt ob Sie sich das leisten können. Ja - nur wenn es Sonderrabatte gibt- 50 bis 75 % Rabatt zwei mal im Jahr. Sonst ist es einfach zu teuer. Wer auch Qualität möchte der muss das auch in China bezahlen. Der Ottonormalchinese kann das halt nicht. Das bleibt den Langnasen und den Chinesen vorbehalten, die sehr gut verdiehnen. Bei der Masse ist der Anteil aber vergleichsweise gering. Aus Sozialistischer Sicht eigentlich total daneben - was nichts für das ganze Volk ! Ich war in einerm riesigem Einkaufszentrum - 9 Stockwerke - über unzählige Restaurants, Fastfood-Ketten, Mode-Shops der diversen bekannten Marken - es gibt alles. Ja jetzt denkt man in China muss das doch günstiger sein als bei uns? Ich hab es in mehreren Geschäften umgerechnet - die Preise sind mit unseren vergleichbar.

Billig shopping in China - negativ. Das gilt jedoch nur für Markenqualität. Wenn es dann schon ein bisserl KOPIE sein darf dann geht es schon günstiger und da sind wir auch schon beim Thema: Billigshopping. Also auf zum Fake-Market. Kopiert wird alles. Und ich glaube kein Land der Welt kopiert so wie China. Wenn man dann die diversen Fernsehberichte sieht, was die Regierung gegen die Fälscher unternimmt, so kann das nur ein Vars sein. Das ist doch ein Wirtschaftszweig. Jede Menge Arbeitsplätze. Was würden die ganzen Uhrenverkäufer denn machen wenn es keine Rollex, Tissot oder Breitling - Kopieen gäbe. Die wären arbeitslos und würden dem Staat auf der Tasche liegen. Also nach außen hin schon gegen den Fake-Handel sein aber insgeheim hoffen dass uns das Ausland das abkauft und wir noch bessere Kopien erstellen.

Es liegt in der Natür des Chinesen alles zu verbessern. Deshalb haben sie ja auch kein schlechtes Gewissen und kopieren wie die Weltmeister. Das wollen wir sehen und wenn man schon mal in China bzw. in Shanghai ist dann muss man da trotzdem mal hin. Also haben wir das für den letzten Samstag geplant. Der Jochen mein Kollege, unser chinesischer Kollege Jiandong und ich. Sightseeing in SHA mit einem Einheimischen - der kennt sich voll aus. Yäh - voll cool - auf zum Fake-Market. Die Preise für die Kopien waren aber beinahe in der Höhe der Orginalware. Wir haben dem Jiandong so nahe gelegt, dass das nicht der Platz wäre wo es die richtige Wahre gäbe. Jede Menge Amerikaner und ander Nationalitäten und die Preise waren dem eintsprechend schlecht.

Der Jochen wusste aber von einem Kollegen dass es in SHA ein mehrstöckiges Einkaufszentrum gibt wo lauter kleine Plagiatshops sind. Um es abzukürzen wir sind mit dem TAXI etwa 10 Minuten vom Zielort abgesetzt worden - unser Guide hat aber nicht zugegeben dass er den Ort nicht kannte - also sind wir 1,5 Stunden in der Stadt rumgeirrt. Jiandong hat unzählige Polizisten gefragt - blos nicht das Gesicht verlieren. Ich hab es ganz locker gesehen - Jochen war kurz davor zu EXPLODIEREN. Keep cool - kein Problem hab ich Ihn dann immer besänftigt. Nach einem kalten Kaffee, der eigentlich eine Schokolade sein hätte sollen.... waren wir dann fast am Ziel.

Eine chinesische Staatsbürgerin sah uns DREI ??? an der Ampel stehen und hatte wohl Mitleid - Sie hat uns den Weg erklärt. - Von dort wo wir aus dem Taxi gestiegen waren sind wir nur in die falsche Richtung gegangen. Am Ziel angelangt warteten dann auf 3 Etagen Kopien auf uns. Wer jetzt denkt dass der Chinese selbst Kopien kauft - der Irrt. Ich wollte mir eine Iphone Kopie kaufen - das stößt bei den Chinesen auf Verwunderung. Die kaufen sich das Orginal. Nach reiflicher Überlegung hab ich mich dann auch dagegen entschieden. Und Ärger mit dem Zoll will ich ja auch nicht. Aber ein paar Mitbringstel müssen schon mit. Dann haben wir ein kleines Miniprojekt aufgesetzt. - "Verhandeln mit Chinesen". Der Jochen und ich haben unserm Kollegen dann gezeigt wie man mit seinen Lanzleuten Geschäfte macht. Nach dem wir die Preise abgesteckt hatten sind wir einen Kaffee trinken gegangen und haben die Minimal und Maximal Gebote abgesteckt. Mit den Vorgaben haben wir dann unsern Kollegen Jiandong auf die Tour geschickt. Ist ja eh klar dass Chinesen untereinander andere Preise machen. Und das hat unser Kollege voll gut hinbekommen. Die Vorgaben hat er sogar noch übertroffen. Auf die Frage wie er das gemacht hätte - das zahl ich - akzeptiere es oder lass es. Da haben wir dann auch was gelernt. ;)

Er fand es auf alle Fälle total spannend - er meinte so was noch nie gemacht zu haben. Um Ware feilschen - ja und diese Fakeläden kannte er auch nicht. Ob das eine Ausnahme war - wir wissen es nicht. Fakt ist wir hatten viel Spass. Nach zwei Stunden hatten wir aber dann genug. Nix wie raus aus dem Gebäude.

Es kann schon nerven wenn Du vom Sonntag bis Sonntag nur auf der Straße begrüßt wirst. "Watch - do you need - Watch - Watch, Rollex, Quality - Watch - Sir - best price - WatSCH DU JU WANT DU BEI A WATSCH...." wenn mich diesen Satzt in nächster Zeit jemanden frägt.... ... den leg ich um - ohne wenn und aber ! - Das hat mich am meinsten genervt. Ich bin mit Jochen nur noch singend duch die Gänge gelaufen "No Sir, No Sir - oder No Madam...." Anschließend sind wir noch Essen gewesen. Jochen ist dann mit dem Taxi ins Hotel und auf zum Flieger. Ich bin dann zum Finale noch an den "Bund" gefahren. Ein paar letzte Fotos machen. Dann hab ich mich von Jiandong verabschiedet und bin auch mit dem Taxi ins Hotel gefahren und hab meinen Koffer gepackt.

Morgen ging es dann wieder zurück nach Japan. Ich war froh als ich wieder am Flughafen war - ratet mal wer mich begrüßte.... "Do you need Watch" - ....eine Pumpgun wenn ich gehabt hätte - gäb es einen weniger. Neben den riesigen Hochhäusern und all dem Luxus hat mich das ware China sehr nachdenklich gemacht. Aus dem Hotel raus - über die Straße und schon bist Du mitten DRIN.
Leben auf ein paar Quadratmetern und auf der Straße. Abends teils ohne Strom damit genügend Saft für die Beläuchtung der Hochhäuser da ist. Bettler die einem nicht mehr los lassen wenn man Ihnen nicht ein paar RMB gibt. Kinder oder Babys die als Druckmittel zum betteln beuntzt werden.

Das ist die Seite die man nicht so gerne sieht - es war eine interessante Erfahrung jedoch war ich wirklich froh wieder in Japan zurück zu sein. Eine sehr positive Sache hat es aber auch noch - es ist schön die Kollegen mal persönlich kennen zu lernen. Ich wurde sehr herzlich empfangen und habe neue Freunde gewonnen. Nach zwei Wochen Japan und einer Woche China ist trotz alle dem Japan meine persönliche Nummer EINS.

Also auf gehts in die Letzte Runde. Bleibt dran...
in persona

Euer Kaiser von China und Japan
Deckname für den chinesischen BigBrother "IM-Kaisersan"

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