Ein ganz normaler Tag !

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Ein Arbeitstag in Japan

Um 7 Uhr weckt mich sanft der BlackBerry auf. ÄÄÄHHH ÄÄÄHH ....
mitlerweile tut der Rücken nicht mehr so weh. Es ist halt kein
zentraleuropäisches Comfort Bett. Ich hatte es ja schon gesagt
ein Brett mit zwei Decken. ;) Aber ich will nicht jammern.
Meine Kollegen hatten mir schon eine Campingmatratze angeboten.
Ich habe aber abgelehnt. Das soll jetzt keine SM Aktion werden
aber ich möchte es einfach so erleben wie dieses Land wirklich ist.
Warscheinlich ist mann nach einer Zeit Schmerzunempfindlich.
Auf dem Futton habe ich keine Probleme mit Milben.
Wenn keine Matratze da ist, gibt es für die Viecher nix zum fressen.

Japaner haben warscheinlich Probleme mit Holz- oder Bambuswürmern.
Es sei wie es ist - aufgestanden - dann mal in meine Multifunktionswaschzelle
bewegt und frisch gemacht. Dann geht es daran ein First Class Frühstück
zu zaubern. Ich werfe den Wasserkocher an für eine Tasse Tee.
Aus meinem Emergency Fach gibt es dann zum essen entweder
einen Müslieriegel, Knäckebrot oder alternativ vom 7Eleven Shop etwas japanisches.
Und das ist dann wirklich eine Überaschung. Ich kauf mir vermeintlich was süßes
und was war drin - Fisch. Wenn man nicht darauf vorbereitet ist - sehr ungewöhnlich.



Und nach dem Frühstück wird noch schnell die Bude aufgeräumt. Meine
zwei Bettdecken schön hingerichtet. Geschirr abgespühlt und dann geht
es zu meinem Rad´l. 8:45 Uhr Abfahrt Richtung SJC (Siltronic Japan Corporation).
Immer im Kopf - fahr blos immer LINKS - LINKS fahren. Ja hört sich völl blöd an
aber du mist es dir immer wieder sagen. Ich meine es wurde 35 Jahre trainiert alles
rechts zu machen. Aber es geht schon. Zur Firma dauert es 5 Minuten mit dem Rad.
Dann ist der Firmenradständer erreicht. Nur noch am Torwächter vorbei (ein älterer Herr
in dunkelblauer Uniform - schaut fast wie ein Soldat aus) - ein schnelles Ohayo gosaimasu
durch das Pförtnerhäusl geschmettert - gegenseitig verbeugt und schon bin ich in der
Firma. Zumindest auf dem Firmengelände. Da ich Gast bin muss ich durch den separaten
Besuchereingang gehen. Immer alleine,  Keine Menschenseele. Dann geht es  zum
Schuh-Schrank. Dort hab ich meine "Firmenpantoletten" die dann gegen die Strassenschuhe
getauscht werden. Überall liegt Teppichboden und damit der nicht dreckig wir, sind
für alle Straßenschuhe tabu. Dann geht es hinauf in den 1sten Stock. in mein Büro !



Mein Büro - nein unser Büro sagen schätzungsweise 200 bis 300 Kollegen. Es Ist ein riesiges
Großraumbüro in dem es sehr leise ist. Mein Gastschribtisch ich bei den IT Kollegen in der
vorletzten Reihe. Notebook ausgepackt und dann beginnt der Arbeitstag. Es ist 9;00 Uhr.



Um 12 Uhr ist Mittag und da geht man in die Kantine in das Erdgeschoß. Zum essen gibt es
in sogenannten Obonto-Boxen Fisch, Gemüse mit Soja und Reis oder Nudeln. Dazu kostenlos
Tee. Kollegen die sich das Essen nicht kaufen haben meist was von zu Hause mit dabei.
Auch in so kleinen Boxen. Die Teile schaun aus wie kleine Tupperdosen. In einer ist Reis und in
der anderen Fisch und Gemüse. Anstehen muss man nicht - das geht Rucki-Zucki. Nach dem Essen geht
es dann wieder an den Arbeitsplatz oder in einen Meetingraum. Um 15:30 bimmelt eine Glocke. Hört sich
an wie Big Ben. Das erste mal hab ich gedacht es sei der Feueralarm oder eine Erdbebenwarnung.
Die Kollegen haben mich aufgeklärt. Nein´-  das ist nur der Schichtwechsel. Ich hab die Kolegen gebeten dass
sie es mir rechtzeitig sagen sollen - Ich versteh ja nix von den Ansagen.



Aber noch ein paar Dinge zum Großraumbüro. Ich hab es nicht gezählt wie viele Mitarbeiter dort
arbeiten aber es ist schon beeindruckend. Jede Abteilung ist meistens in einer oder zwei Reihen untergebracht.
Die SJC IT sitzt inklusive der Externen Mitarbeiter in den Letzten beiden Reihen. Hinter mir sitzen meine
Kollegen - Fujii san, Sakai san und Ohkubo san. Projektleiter Kuniki san der arbeitet etwa 30m weiter weg da er
nur zur Hälfte für IT arbeitet. Die Kollegen dort sind sehr freundlich und hilfsbereit. Komunikation ist
aber nicht mit allen möglich. English ist bei vielen Japanern gar nicht üblich. Also mit Händen und Füßen
 Ich bin froh das es bei meinen IT Kollegen gut klappt. Oft muss man aber nachfragen.
Die Aussprache ist schon gewöhnungsbedürftig. Ist man mit einem Kollegen alleine macht das
gar nix aber wehe es sind mehrere dann ist das ein ganz schönen Sprachen durcheinander.



Gegen 18:00 Uhr oder auch 19:00 Uhr ist dann Feierabend. Dann gehen wir noch was essen.
Entweder zum Italiener, Japaner oder Chinesen. Es ist auch immer eine Überaschung wo es hin geht. Das
Essen hat bis jetzt immer geschmeckt. Nur eines hab ich Kuniki san gesat was ich absolut nicht mag.
Schnecken, Qualle und Muscheln. Mit dem glibrigem Zeug da reicht es mir. Daheim bin ich dann so gegen
21 und 22 Uhr. Dann wird noch schnell ein bisserl für Euch geblogged und dann geh ich in mein Bett.
Zum einschlafen noch ein bisserl Musik - Aus und Ende - dann fallen mir eh die Augendeckel zu.

Gute Nacht sag ich an dieser Stelle.

Komban wa

"Kaiser san"



ps. Bis jetzt wach ich dann immer alle paar Stunden auf - je nach dem welcher Knochen sich auf das
Schlafbrett durchgedrückt hat. Dann wird sich auf die andere Seite gedreht und weiter geschlafen.
Bis.... und so weiter - bis dann wieder der BlackBerry kräht.



 
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